Kneipe als Kulturgut darf nicht sterben

Nicht selten wird abschätzig über die Gastronomie gesprochen. Wer jedoch die gute alte Kneipe in Bausch und Bogen verdammt, der hat keine Ahnung von Kulturgeschichte. Die Kneipe war der kommunikative, wenn nicht sogar der soziale Mittelpunkt des Dorfes oder der Stadt. Denn die Kneipe war von jeher auch ein Ort, an dem sich auch gesellschaftliche Neuerungen entwickelten. Ein Ort, der den sozialen Zusammenhalt stärkte.

In ihrer Gesamtheit ist die Gastronomie- und Kneipenszene für die Bürger sicherlich wichtiger als so manch andere hoch geschätzte und gepamperte kulturelle Einrichtung.

Selbst Johann Wolfgang von Goethe war ein begnadeter Kneipier. Nicht nur in Weimar findet man auch heute noch seine Stammlokale, auch in Leipzig, wo er Auerbachs Keller zur berühmtesten deutschen Kneipe machte. Auch international vergnügte sich der Geheime Rat gern und oft.

Unterm Strich: Die Kneipe ist durchaus mehr als gesellschaftsfähig und der Gesellschaft dienlich. Auch in Thüringen sollte sich niemand zu schade sein, die Kneipenkultur zu unterstützen. Doch dazu müssten die gastronomischen Betriebe erst einmal ihren Betrieb wieder aufnehmen dürfen. Möglichst schnell. Bis dahin sind 7 Prozent Mehrwertsteuer reine Augenauswischerei. Denn es ist egal, wie hoch die Mehrwertsteuer auf Null Umsatz ist!

Ich werde mich deshalb dafür einsetzen, dass gastronomische Betriebe schnellstmöglich wieder tätig werden können. Dabei muss die Devise gelten: Nur so viele Einschränkungen wie nötig, soviel Schutz der Gäste wie möglich.

Karlheinz Frosch, Wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Landtagsfraktion

1 Kommentar

  1. Ich kann den Gedanken der Regierung nachvollziehen. Wer jemals an einen Stammtisch in einer Dorfkneipe saß und die Diskussionen verfolg hat wird feststellen, dass dort das Volk ungeschönt und offenherzig die aktuellen Probleme der Menschen ausspricht. Daran hat doch unsere Regierung gar kein Interesse. Man will einfach nicht, dass Bürger in Kneipen miteinander kommunizieren. Der Bürger soll einfach nur funktionieren und mehr nicht. Genau genommen wurde schon immer in den Kneipen die reale Politik gemacht. Das darf uns nicht verloren gehen.

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